Die morbide Welt klassischer Motorräder
Die morbide Welt klassischer Motorräder
Klassische Motorräder als Kunstobjekte - 05605-8064434 -
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- wie ich wurde 3

Dann, später in Kassel, war nach dem ewig dunklen ‚Kohlenpott’ eigentlich immer Sommer;

 

Wir vier- bis fünfjährigen Jungs spielten fast ausschließlich auf Trümmergrundstücken, die dann irgendwann zu Baustellen wurden. Es gab also eigentlich nur diese hohen, mit Werbung beklebten, Bretterzäune, durch deren Astlöcher wir gebannt auf die langsam zuwachsenden Trümmer von einstmals stolzen Jugendstilhäusern linsten.

Auf den freien Flächen zwischen Vergangenheit und Zukunft wurde Cowboy und Indianer, Ritter oder ‚Nick der Weltraumheld’ gespielt oder gebolzt. Wir fochten mit von den Baustellen ‚geholten’ Dachlatten und es gab öfter blutige Finger, als uns lieb war, was dann von unserem Gegner ‚feige’ war. Und es gab die Feinde jenseits des Motzbergs, einer zugewachsenen Schutthalde, auf der die ersten Hochhäuser standen.

Naja und dahinter leider auch meine erste Schule…

 

Bei uns im Haus wohnte eine junge Familie Mann, der eine DKW RT250 besaß und rings herum, also praktisch überall, fuhren ähnliche Dinger in der Gegend herum. Das Motorrad war sozusagen Normalität im Verkehrsgeschehen der 50-er Jahre und kümmerte groß niemanden mehr, der nicht gerade damit fahren mußte.

 

In einem düsteren Torbogen im Häuserblock gegenüber, zum Beispiel, stand zu dieser Zeit, unter einer fast alles verdeckenden schweren Zeltplane, immer eine 'riesige' BMW. Dieses Ungetüm erweckte, weil abgedeckt, zwangsläufig die Neugierde von uns Jungs. Zumal sie dem böse blickendem Vater eines 'Großen' gehörte, von dem die unheimlichsten Geschichten im Umlauf waren. Wenn wir uns klammheimlich und unauffällig pfeifend diesem 'Ungetüm' näherten, um unter die Plane zu linsen, umwehte uns bald die Ausdünstung dieser Maschine, wie der unheilschwangerer Atem des Bösen...Aber es gab kein Zurück! Magisch angezogen hockten wir bald kurz behost, halb von der schmierigen Plane verdeckt, vor dem Motor dieser stinkenden Höllenmaschine und wisperten scheu wie die Mäuse im Katzenklo.

Natürlich stand einer von uns Schmiere,um nicht von dem bösen Besitzer erwischt zu werden.Und es wurde diskutiert,was das alles für Hebel,Kabel,Rohre und Schläuche sein könnten,die wir da vor der Nase hatten.Aber ich glaube,wir haben nie daran herumgefummelt,denn wir hatten viel zu viel Respekt vor dieser Maschine.

Später,viel später konnte ich mir dann zusammenreimen,dass es sich bei dieser 'großen BMW' lediglich um eine R25/3 gehandelt haben wird,von denen zehn Jahre später die Schrottplätze überquollen...

es folgen Fotos dieses Stadtviertels aus dieser Zeit

Skulpturen

aus

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© Ulf Dauselt