Die morbide Welt klassischer Motorräder
Die morbide Welt klassischer Motorräder
Klassische Motorräder als Kunstobjekte - 05605-8064434 -
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- wie ich wurde 1

Diese Textzeile habe ich von dem genialen Heinz Erhardt gestohlen;er möge mir verzeihen...

Einleitung

 

Von 1952 ( dem Jahr meiner Geburt ) bis 1963 passierte eigentlich ‚nix’. Bis auf das übliche Theater mit Eltern, Ommas und Oppas, Tanten und Onkeln und natürlich der ‚Kinderquälanstalt’- Schule.

Einziger Lichtblick in dieser langweiligen Welt waren meine ersten Kumpels aus dem Sandkasten und meine schier unermessliche Phantasie!

 

Und so fing alles an:

 

 

„ Ach, Mutta, tu mich doch ma’ ’en Püllken Biea,“- ( ist das nicht eine mit endloser Zärtlichkeit und Wärme vorgetragene Bitte? Etwa 30 Jahre später habe ich dann im lauschigen Nordhessen das gleiche Ansinnen in seiner Kurzform erleben dürfen: „FRAU! BIER!“)

seufzte mein Oppa, während er mich, genüsslich furzend, auf dem Schoß hielt. „ Oh, Herroherr, kannse nich waaten bis ich hia featich bin? Gleich kommn’ die Jungs vonne Aabeit un ich hab die Kaatoffeln noch nich aufn Feua“, erwiderte wohl meine  Omma, die am ‚Spülstein’ mit Kartoffelschälen beschäftigt war.

Und dann trudelten, so nach und nach, Herrmann, Kalli und Willi ein und brachten beim Öffnen der Wohnküchentür den vertrauten Geruch von Taubenscheiße und- Futter mit, der sich mit dem Gestank der nahen Seifenfabrik, den Abgasen des Kohleherds sowie den Ausdünstungen der anwesenden Familienmitglieder und den Kartoffelwasserdampfschwaden vermischte.

Der stets fröhliche, rotgesichtige Herrmann, begrüßte mich mit einem „ Da is ja mein Jüngsken“, beugte sich zu mir herab und übertünchte die geschilderten Gerüche mit einer nicht mehr ganz frischen Bierfahne, die er mir Jahre später- auf meine Nachfrage- als ‚Rasierwasser’ verkaufte…

Der etwas ältere, also zu der Zeit vielleicht 16-jährige, Kalli, schenkte mir in seiner wortkargen Manier, ein Grinsen, von dem ich nicht wusste, ob ich lachen oder weinen sollte, da es sein ganzes Gesicht in unzähligen Falten nach oben verrückte und ich ihn kaum wieder erkannte. Da er von mir und somit auch seinem Vater einen wissenden Sicherheitsabstand wahrte, blieben nur die klassischen Gerüche präsent.

Und dann flog die Küchentür auf und mit einem „ Ho,Ho, wo ist der kleine Muck!?“, polterte Willi herein und kam mit vorgestreckten Armen auf mich zugeschossen! Und hierbei durchschnitt er seine eigene Fahne, die etwas süßlicher roch, ohne aber in der Grundnote mehrere ‚Pilskes’ verleugnen zu können.

Ohne auf den Protest seines Vaters überhaupt nur eingehen zu wollen, schnappte er mich von Oppas Schoß, reckte mich in Richtung Zimmerdecke über seinen Kopf und lachte dabei so ansteckend, dass meine Omma besorgt rief „ Willi! Du ollen Suupkopp, wenn dat die Tille ( Mathilde, meine Mutter ) sieht, kannze wat ealeben. Du weiß doch wie se is.“

Genau! Das wussten alle in diesem Haushalt. Und schon öffnete sich die bereits bekannte Küchentür erneut. Allerdings diesmal nur zur Hälfte, um einen spitzen Schrei hereingellen zu lassen, der allen Anwesenden den Alkohol aus dem Blut trieb „ Wiiiiiiiilliiiiiiiii ! Laß dat Kind gewährn’!“- und schon stand ‚Tille’ neben ihrem Bruder und entriss mich mit Krallen bewehrten Händen den cognacwarmen Händen ihres rotgesichtigen Bruders.

“ Bissedennvöllichfarücktgewoanwennderjungedaruntafällt!!!“ In das allgemeine Kopfschütteln und meine völlige Verwirrung, mischte sich nun die fast unhörbare, feine Stimme meiner Tante’ Maagret’, die mich in ihrer unglaublich zärtlichen und liebevollen Art, meiner Mutter aus den Krallen nahm und mich allein durch ihre Berührung schon in einen Halbschlaf versetzen konnte. Im Gegensatz zu ihrer etwas älteren Schwester ‚Hildegatt’, die ebenfalls gerade die Küchenbühne betrat und mir, wegen ihrer- heute würde man sagen ‚coolen’ Art- ziemlich wurscht war, liebte ich diese jüngste Tochter des Hauses über alles.

Jetzt fehlte eigentlich nur noch ‚Allfrett’, seines Zeichens mein Vater und mir nahezu unbekannt.

Nachdem auch jener große Unbekannte aufgetaucht war, setzte man sich gemeinsam an den Tisch und nahm die Nahrungsaufnahmeposition ein. Also den Stuhl in gebührendem Abstand zum Tisch rücken, den Oberkörper kraftlos nach vorne klappen, den linken Ellenbogen lässig auf den linken Oberschenkel gestützt, den Löffel- respektive Gabel haltenden Arm auf der Tischplatte verankert und dann, beinahe synchron, mit Mund und Teller auf einer Ebene, um dann unter Schlürfen und Schmatzen, die einfache Nahrung auf kürzestem Weg in den Schlund zu befördern. Es war also letztlich lediglich ein minimaler Schwenk des Handgelenks nötig!

Einzige Ausnahme dieser Prozedur bildete wohl mein Vater, der in klassischer Speisemanier seinen Teller fixierte und sich zum wiederholten Male fragte, wo er hier hin geraten sei, womit er das verdient habe und wann er entkommen könne…

  

 

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