Die morbide Welt klassischer Motorräder
Die morbide Welt klassischer Motorräder
Klassische Motorräder als Kunstobjekte - 05605-8064434 -
Klassische Motorräder alsKunstobjekte - 05605-8064434 -   

Bilder und Texte Seite 90 bis 96

S.90/91: Herc.

Diesmal ein wesentlich kleineres ehemaliges Autohaus irgendwo am Rande von Trabantanien. Auf dem Hof steht ein alter Fiat, an dem ein jüngerer Mann seine Schleifkünste zeigt. Die Hallentore zur Werkstatt offen, daneben ein 70-er-Jahre Dreifamilienhaus im Samstagsschlaf.

In der Werkstatt, verschämt zur Seite gerückt, liegt das Herculesgerümpel auf einem Haufen. Alles zum Teil in alten, verölten, halb aufgerissenen Kartons zusammengeschüttet oder dekorativ drum herum drapiert.

„ Ein Kumpel hat das Zeug vor Jahren hier abgestellt und nicht mehr abgeholt. Es lag die ganze Zeit im Keller rum. Jetzt, beim Aufräumen hab’ ich es gefunden…“

 

S.92/93: Vict.

Kreisstadt im Westen. Älteres, gewachsenes Siedlungsgebiet am Rande der historischen Altstadt. Einfamilienreihenhäuschen mit Garageneinfahrt und Schuppen hinterm Haus. Die Frau hängt die Wäsche auf.

Der alte Herr hat die Victoriabrocken schon rausgelegt und ist munter am Plappern:

„ Ich habe die Sachen damals als Teileträger für meine laufende Restauration in Westfalen bei einem Händler gekauft. Vielleicht kennen Sie den ja? Hier im Schuppen habe ich die fertigen Teile für meine Restauration. Wenn sie fertig ist, fahre ich wieder bei uns im Spielmannszug mit. Da sollen Sie mal sehn’, wie die Leute gucken! Ich warte nur noch auf den Motor. Der ist zum Überholen bei einem Spezialisten in Bayern. Ist nun auch schon fast ein Jahr bei dem…“

 

S.94/95: Fox

Und schon wieder im Süden und schon wieder verfahren, weil ich in meiner unendlichen Arroganz zwei Abfahrten verwechselt habe. Es geht in Eile über kleinste Sträßchen und in eine Umleitung zum Zielort. Parkähnliches Grundstück mit Bungalow, vor dem ein groß gewachsener Herr, Marke Gutsbesitzer, bereits auf mich wartet. Irgendwo steht ein Geländewagen und vor einer separaten Doppelgarage steht angelehnt und ebenso deplatziert wie verlassen die Fox.

 

„ Ich wollte sie immer restaurieren lassen, um sie im Foyer meiner Raststätte auszustellen. Aber der Herr, der es machen wollte und bei dem sie auch geraume Zeit stand, hat nichts gemacht…“

 

S.96: MZ

Vor einem halben Jahr die Frau verstorben und vor einer Woche den Hund eingeschläfert. Der alte Herr wohnt allein in einem riesigen ,500 Jahre alten ,ehemaligen Ständehaus in mitten des historischen Stadtkerns einer alten Domstadt bei uns um die Ecke.

Wenn man aus dem Fenster seines, mit freiliegenden Balken und altem Mobiliar ausgestatteten Wohnzimmers sieht, schaut man direkt auf den historischen Marktplatz. Hier haben sich an diesem frühherbstlichen, noch lauen Samstagspätnachmittag etliche Passanten an den Tischen vor den zahlreichen Cafe’s und Kneipen niedergelassen.

Ich fühle eine unterschwellige Urlaubsstimmung aus einer längst vergangenen Zeit.

„ Ich war mit der MZ 4-Mal in Marocko und bin da unten rumgefahren. Ich habe mich sehr schnell mit dem dortigen Hotelier angefreundet und auch seine ganze Familie kennen gelernt und jedes Mal besucht. Aber jetzt hab’ ich irgendwie keine rechte Lust mehr daran…“

 

- ENDE -

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© Ulf Dauselt